Frankenthal

Opfer der Kirche in der Umgebung von Frankenthal, Speyer und Worms

3. Mai 1096: Die Kreuzritter des ersten Kreuzzuges, zu dem Papst Urban II. aufgerufen hat, umzingeln die Synagoge von Speyer. Sie wollen die Juden nach deren Feierstunde ermorden. Doch die Juden erhielten einen Hinweis. Die meisten können deshalb fliehen. Die Kreuzritter stellen ihnen nach, finden elf Juden und bringen sie um.

18. Mai 1096: Die Kreuzfahrer erreichen Worms. Den 300 reicheren Juden gewährt der Wormser Erzbischof gegen Bezahlung (!) zunächst in seiner Burg Unterschlupf. Die 500 ärmeren Juden bleiben in ihren Häusern und werden ermordet, die Häuser geplündert, die Thora-Rollen verbrannt.

25. Mai 1096: Die Kreuzfahrer belagern die Wormser Burg, in welche die reicheren Juden geflüchtet waren. Sie dringen in sie ein und ermorden alle dorthin Geflüchteten, die nicht zur katholischen Zwangstaufe bereit sind. Viele Juden begehen angesichts dieser Gräuel Selbstmord, so wird es von katholischer Seite überliefert. Wahrscheinlich wurden sie aber auch ermordet.

22. Januar 1349: In Europa geht die Pest um; die Juden werden von den über Jahrhunderte von den Kirchenoberen gegen sie aufgehetzten Kirchenmitgliedern dafür verantwortlich gemacht: Sie haben angeblich die Brunnen vergiftet. Auch in Speyer wird das Judenviertel gestürmt. Wer sich nicht katholisch taufen lässt, wird ermordet. Was den Juden gehört, wird beschlagnahmt oder, wie der Friedhof, zerstört.

1. März 1349: Der Bürgermeister von Worms verurteilt die Juden zum Tod auf dem Scheiterhaufen. Auch ihre Häuser brennen. Manche katholische Geschichtsschreiber behaupten, sie hätten sie in ihrer Verzweiflung angeblich selbst angezündet. Doch ob das stimmt? Wird hier womöglich der grausame Mord an ihnen vertuscht? 580 Juden sterben in den Flammen.

13. August 1509: Drei „böse, zauberische Weiber“ aus Pfeddersheim, die angeblich „viel bös zauberei und wetter gemacht“, werden in Worms auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

16. Jahrhundert: Der Burggraf von Alzey, Dietrich von Schönberg, lässt die Brüder und Schwestern in Christus, von den Kirchen auch „Täufer“ genannt, massenweise „wie Schlachtvieh zur Hinrichtungsstätte führen“, so die Wormser Zeitung vom 10.4.2002.

1618-1648: Im 30jährigen Konfessionskrieg, den Katholiken gegen Protestanten führen, wird die gesamte Pfalz verwüstet, die Städte zerstört.

10. November 1938: In der Reichspogromnacht wird die Frankenthaler Synagoge zerstört. Auch die jüdischen Gemeinden in Worms und Speyer werden durch die Nazis ausgelöscht. Die Grundlagen für die Judenverfolgung durch den Katholiken Adolf Hitler legten die Kirchen durch Jahrhunderte lange Judenhetze und -verfolgung.

Initiative „Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche“, Prymstraße 1, 97070 Würzburg