Opfer der Kirche im Bistum Trier

Frühjahr 385: In Trier, damals Hauptstadt des Römerreiches, werden der spanische Christ Priscillian und sechs seiner Gesinnungsgenossen unter die Anklage der Ketzerei gestellt, zu „Geständnissen“ gefoltert und geköpft. Zwei spanische Bischöfe fungieren als Ankläger; Bischof Britto von Trier billigt das Verbrechen ebenso wie Papst Leo I. in Rom. Dies ist der erste historisch nachweisbare Ketzermord in der Geschichte der katholischen Kirche. Das „Verbrechen“ der Priscillianer bestand in einem asketisch ausgerichteten Urchristentum, das auch vegetarische Ernährung beinhaltete.

1. Juni 1096: Die Kreuzritter des ersten Kreuzzuges dringen in Trier ein und bringen alle Juden um, die sich nicht taufen lassen.

8. Juni 1587: Die alte Maria Meyer zu Ehrang wird als „Hexe“ hingerichtet.

4. Januar 1588: Barbara Kirsten von St. Medard wird als Hexe hingerichtet.

26. März 1588: Clara Becker zu Pfatzel wird als „Hexe“ hingerichtet, ebenso Eva Doder und Margreth Iselsbacher von Paltzell.

21. April 1588: Margaretha von Euren wird als „Hexe“ hingerichtet.

15. Mai 1588: Trein Schwerin von Euren wird als „Hexe“ hingerichtet.

11. September 1588: Ternus Becker von Paltzell wird wegen Zauberei hingerichtet.

17. September 1588: Anna Junghanß von St. Mattheis wird als „Hexe“ hingerichtet.

28. September 1588: Zirvas Becker von Paltzell wird wegen zauberei hingerichtet.

8. Oktober 1588: Maria Becker von St. Mattheis wird als „hexe“ hingerichtet.

1589: Der Trierer Weihbischof Peter Binsfeld veröffentlicht seinen „Tractat von den Bekenntnissen der Zauberer und Hexen“, worin er die Folter damit rechtfertigt, Gott werde es schon nicht zulassen, dass Unschuldige verurteilt würden. Deshalb sei jeder Art von Beschuldigung, auch durch Minderjährige, zu glauben. Auch Widerrufe könnten vorausgegangene Geständnisse nicht außer Kraft setzten. Binsfled erfand eine besonders grausame Folter: Das „tormen tum vigiliarum“. Dabei wurden die Eingekerkerten über Tage hinweg am Schlafe gehindert und im Kerker umhergetrieben, bis sie vor Qualen wahnsinnig wurden und alles gestanden.

5. August 1589: Maria zum Drachen wird als „Hexe“ hingerichtet, ebenso Johanneth Schlauwer.

3. September 1589: In einem Straßburger Dokument ist zu lesen, dass (allein bis dahin!) im Bistum Trier 300 Personen wegen Zauberei verbrannt worden wine. In einem Dorf habe man alle Weiber verbrannt, ausgenommen zwei.

18. September 1589: Der Schultheiß Dieterich Flade wird als „Zauberer“ hingerichtet. Am 22. April war er wegen eines körperlichen Gebrechens von vier Personen auf auf einem Sessel ins Gefängnis getragen worden. Nach der Verurteilung, der die üblichen Folterungen vorausgegangen waren, bestand er trotz seines hohen Alters und der erlittenen Torturen darauf zu Fuß zur Richtstätte zu gehen. Aus „besonderer Gnade“ des Erzbischofs Johann wurde er vor dem Verbrennen in Euren erwürgt.

23. März 1590: Peter Bher wird als angeblicher Zauberer hingerichtet

7. April 1590: Hans Wafer von Oberemmel wird in Trier als „Zauberer“ hingerichtet. Er „besagte“, d.h. beschuldigte unter der entsetzlichen Folter 60 Personen, während man in der Regel mit 20 Besagungen zufrieden war.

9. August 1590: Maria Leineweber wird als „Hexe“ hingerichtet, ebenso Appolonie Werk.

23. August 1590: Claß Endreß zu St. Medard wird wegen „Zauberei“ hingerichtet.

4. September 1591: Hupericht zu St. Maximin wird als „zauberer“ hingerichtet.

2. Oktober 1591: Niclas Fiedler, Bürgermeister und Schöffe zu Trier, wird wegen Zauberei hingerichtet.

18. Dezember 1591: Der Kurfürst und Bischof von Trier erlässt eine Verordnung, um die „vernachlässigende Pflichterfüllung“ im Kampf gegen die Hexen abzustellen.

16. Juli 1594: Hans Reuland, angeblich Teilnehmer am Hexensabbat, wird nach zahlreichen Verhören in Trier hingerichtet.

4. Oktober 1595: Sunna von Lellig wird wegen Zauberei hingerichtet. Am gleichen Tag wird Elsa Daum verhaftet, nach Kastellaun überstellt und dort in Gegenwart des ehemaligen Amtmanns Anthoni von der Hardt gefoltert. Sie blieb trotz aller Torturen bis zum 4. Mai 1596 ohne Geständnis und wurde vorübergehend nach Hause entlassen.

15. Juni 1604: Trein Schußel zu St. Mattheis wird als „Hexe“ hingerichtet.

5. Juli 1604: Elßen Dicköpfer von St. Mattheis wird als „Hexe“ hingerichtet.

20. April 1629: Kaiser Ferdinand II. erlässt das Restitutionsedikt, wonach den katholischen Landesherren der inzwischen lutherisch gewordene Besitz zurückerstattet werden muss. Daraufhin zwingt der Trierer Erzbischof der Gemeinde Wehrheim den Katholizismus wieder auf und beginnt auch dort mit Hexenprozessen.

23. November 1629: Marie Mertes zu St. Mattheis wird als „Hexe“ hingerichtet.

9. Januar 1630: Burkard Dietrich Senft v. Sulburg, Amtmann von Kastellaun, fordert die Gemeinde Winningen auf, den Hexen und Zauberern im Orte mit allem Fleiß nachzspüren. Damit beginnt eine dreißigjährige Hexenverfolgungen in Winningen. In Trier regierte damals Erzbischof Kurfürst Philipp Christoph v. Sötern, ein besonders fanatischer Hexenverfolger.

9. April 1634: Erzbischof Philipp Christoph bestimmt in einem Schrieben an den Schultheißen Dr. Freylinger, dass die Justifikations- und Exekutionskosten der armen Personen anch Ermessen aus der Erbschaft und derm Vermögen der Kinder genommen werden sollen. Durch die Hexenprozesse Philipp Christophs verarmten, ja verödeten viele Dörfer, da meist alles Gut der unglücklichen Opfer dem Landesherrn anheimfiel, soweit die Exekutionskosten noch etwas übrig ließen.

17. Januar 1681: Erbischof Johann Hugo erlässt eine Judenverordnung, die die strenge Absonderung der Juden verfügt.