Opfer der Kirche in Paderborn und Umgebung

772:
Karl „der Große“ greift die Sachsen an, dabei werden auch in der Gegend um Paderborn Gehöfte zerstört, Menschen ermordet.

782: Karl erlässt in Paderborn die „Blutgesetze“ gegen die Sachsen: Todesstrafe für Nichtbeachtung der Fastenregeln, für Feuerbestattung von Toten, für Verweigerung der Taufe ... Im selben Jahr lässt Karl 4500 gefangene Sachsen in Verden an der Aller ermorden.

1350: In Paderborn werden Juden umgebracht, weil man ihnen die Schuld an der Pest gab.

Oktober 1532: Sechzehn Paderborner Protestanten werden auf Geheiß des Bischofs gefoltert, zum Tode verurteilt, dann doch noch begnadigt. Die Rechte der Stadt werden stark eingeschränkt.

1572: In Büren werden zwei Frauen und ein Mann wegen „Hexerei“ hingerichtet.

1601: In Fürstenberg werden mindestens zwölf Menschen wegen „Hexerei“ hingerichtet.

April 1604: Der Bischof belagert mit Truppen die Stadt, die sich ihm notgedrungen unterwirft. Der protestantische Bürgermeister Wichard wird gevierteilt, Kopf und vier weitere Körperstücke werden an den Stadttoren aufgehängt, erst 1622 auf Geheiß von Herzog Christian von Braunschweig abgenommen und begraben. Die Teilnehmer an diesem Begräbnis werden später mit Geldstrafen belegt.

1622: Die Protestanten Johann Roren und Eberhard Kannengießer werden nach Übernahme der Stadt durch katholische Truppen hingerichtet. Wer jetzt noch protestantisch bleibt, wird in den folgenden Jahren ausgewiesen.

1630: In Büren werden innerhalb eines Monats 50 Menschen wegen „Hexerei“ verbrannt.

1631: Friedrich von Spee, Jesuit und Gegner der Hexenprozesse, wird in Paderborn seiner Professur enthoben, weil er „die Rechtmäßigkeit der Hexenprozesse in Zweifel“ zieht.

1657: In Brakel wird die Großmutter von sich seltsam verhaltenden Mädchen als „Hexe“ verbrannt. Es folgen im Jahr darauf sieben weitere Verbrennungen.

1717: In Hallenberg und Winterberg (1728) werden noch immer „Hexen“ hingerichtet. Insgesamt werden im Hochstift Paderborn mindestens 250 Menschen ermordet.

September 1939:
Der Paderborner Erzbischof Caspar Klein unterstützt in einem Hirtenbrief Hitlers Weltkrieg: „Zu den katholischen Soldaten hege ich das zuversichtliche Vertrauen, dass sie in Gehorsam ihre Pflicht gegen Volk und Vaterland unter Hingabe ihrer ganzen Persönlichkeit tun werden ...“

Februar 1942: In einem Fastenhirtenbrief bezeichnet Erzbischof Lorenz Jaeger Russland als ein Land, dessen Menschen, „durch ihre Gottesfeindlichkeit und durch ihren Christenhaß fast zu Tieren entartet sind.“.

Initiative „Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche“, www.KirchenOpfer.de