Opfer der Kirche in Ingolstadt und Umgebung

1394: Der Eichstätter Bischof Friedrich von Oettingen lässt in Wemding zehn Waldenser lebendig verbrennen.

14. Mai 1589: Der unter dem Einfluss der Jesuiten stehende bayerische Thronfolger Maximilian studiert in Ingolstadt und wird dort zu einem Hexenverhör mitgenommen. Er beschreibt seinem Vater alle Einzelheiten. Maximilian wird später selbst ein eifriger Hexenverfolger.

1589-91: In Ingolstadt werden mindestens 22 Frauen als „Hexen“ hingerichtet.

28.4.1590: Die Professoren der theologischen und juristischen Fakultät der Universität Ingolstadt fordern in einem Gutachten den bayerische Herzog Wilhelm V. auf, mit Eifer und Strenge die Verfolgung der Hexen in Angriff zu nehmen.

ca. 1610: In Ingolstadt werden auch Kinder als „Hexen“ hingerichtet, darunter ein neunjähriger Knabe und ein zwölfjähriges Mädchen. Im Dorf Reichertshofen werden 50 Einwohner hingerichtet; das Dorf ist praktisch entvölkert.

1612: Christoph von Westerstetten wird Bischof von Eichstätt. Unter ihm erreicht der Hexenwahn im Fürstbistum seinen Höhepunkt. Es werden insgesamt etwa 400 Menschen ermordet. Von Westerstetten wütete zuvor bereits als Fürstprobst von Ellwangen, wo insgesamt 450 Menschen hingerichtet werden.

2. 11. 1629: Herzog Maximilian gibt Anweisung, einen Hexenprozess, den der Ingolstädter Statthalter mangels Beweisen niederschlagen wollte, unbedingt fortzusetzen.

5. 10. 1941: Der Eichstätter Bischof Michael Rackl schreibt kurz nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Russland in einem Hirtenbrief: „Dieser Krieg ist ein Feldzug gegen den Bolschewismus ... wirklich ein Kreuzzug, ein heiliger Krieg für Heimat und Volk, für Glauben und Kirche, für Christus und heiliges Kreuz.“