Gerhard Rampp

vom Bund für Geistesfreiheit in Augsburg, der nicht der Initiative Mahnmal angehört, sondern an diesem Abend als Gastredner gesprochen hat:
... Unabhängig von all diesen Finanzen: Die Kirchen stecken in vieler Hinsicht den kapitalistischsten Arbeitgeber in der Wirtschaft locker in die Tasche. Denn die Kirchen haben einen Tendenzschutz, der u.a. in ihren Einrichtungen einen Betriebsrat verbietet, aber nicht nur dieses: Es kann in kirchlichen Einrichtungen jemand fristlos entlassen werden, der auch nur gegen die kirchliche Sittenlehre, die Morallehre verstößt.

Dazu zählt unter anderem, die Kinder nicht in einer angemessenen Frist taufen zu lassen, sondern sie später selber entscheiden zu lassen. Dazu zählt in der katholischen Kirche, geschieden zu sein und dann wieder zu heiraten. Es zählt aber auch schon dazu eine sogenannte „wilde Ehe“, das heißt, mit jemandem zusammenleben, mit dem man nicht verheiratet ist, offiziell.

Das kann natürlich zu großen Konflikten führen, wenn jemand selbst ledig ist, gern heiraten würde, aber der, mit dem man dann heiraten würde, der hat leider schon mal katholisch geheiratet. Hat er in erster Ehe evangelisch geheiratet, das ist ja nun sozusagen wüst-gläubig. Im Katechismus, der bis 1994 galt, war das dann eine „Sekte“, und zwar eine häretische Sekte, also eine vom Glauben abgefallene Sekte. Das stand da noch tatsächlich drin in diesem Katechismus... weiter ...

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