Warum auch Ingolstadt ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche braucht

Auch in Ingolstadt und seiner Umgebung wurden immer wieder Menschen zu Opfern der Kirche. Hier nur einige Beispiele:

1394: Der Eichstätter Bischof Friedrich von Oettingen lässt in Wemding zehn Waldenser lebendig verbrennen.

14. Mai 1589: Der bayerische Thronfolger Maximilian studiert unter starkem Einfluss der Jesuiten in Ingolstadt und wird dort als 17-jähriger (!) zu einem Hexenverhör mitgenommen. Er beschreibt seinem Vater mit großer Gefühlskälte alle Einzelheiten. Maximilian wird später selbst ein eifriger Hexenverfolger.

1589-91: In Ingolstadt werden mindestens 22 Frauen als „Hexen“ hingerichtet.

28.4.1590: Die Professoren der theologischen und juristischen Fakultät der Universität Ingolstadt fordern in einem Gutachten den bayerische Herzog Wilhelm V. auf, mit Eifer und Strenge die Verfolgung der Hexen in Angriff zu nehmen.

1589-95: Der habsburgische Thronerbe und spätere Kaiser Ferdinand II. kommt als 11-jähriger nach Ingolstadt und wird hier von den Jesuiten zum fanatischen Katholiken erzogen. Zu Beginn seiner Regierung (1619) legt er anlässlich einer Wallfahrt nach Rom das Gelübde ab: „Lieber über eine Wüste herrschen, lieber Wasser und Brot genießen, mit Weib und Kind betteln gehen, den Leib in Stücke hauen lassen, als die Ketzer dulden.“ Mit den „Ketzern“ waren in diesem Fall die Protestanten gemeint. Ferdinand ist durch seine halsstarrige Politik maßgeblich für die Gräuel des 30-Jährigen Krieges (1618-48) und insbesondere dessen Verlängerung über 1629 hinaus (Restitutionsedikt!) verantwortlich.

ca. 1610: In Ingolstadt werden auch Kinder als „Hexen“ hingerichtet, darunter ein neunjähriger Knabe und ein zwölfjähriges Mädchen. Im Dorf Reichertshofen werden 50 Einwohner hingerichtet; das Dorf ist praktisch entvölkert.

1612: Christoph von Westerstetten wird Bischof von Eichstätt. Unter ihm erreicht der Hexenwahn im Fürstbistum seinen Höhepunkt. Es werden insgesamt etwa 400 Menschen ermordet. Von Westerstetten wütete zuvor bereits als Fürstpropst von Ellwangen, wo insgesamt 450 Menschen hingerichtet werden.

2. 11. 1629: Herzog Maximilian gibt Anweisung, einen Hexenprozess, den der Ingolstädter Statthalter mangels Beweisen niederschlagen wollte, unbedingt fortzusetzen.

Wappen des Eichstätter Bischofs Dr. Michael Rackl an der Brüstung der Orgelempore der Ingolstädter Pfarrkirche St. Anton

5. 10. 1941: Der Eichstätter Bischof Michael Rackl schreibt kurz nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Russland in einem Hirtenbrief: „Dieser Krieg ist ein Feldzug gegen den Bolschewismus ... wirklich ein Kreuzzug, ein heiliger Krieg für Heimat und Volk, für Glauben und Kirche, für Christus und heiliges Kreuz.“ Damit reiht sich der Eichstätter Hirte in die große Zahl der Kirchenfürsten beider Konfessionen ein, die deutsche Soldaten bis zuletzt zum Weiterkämpfen für ein verbrecherisches Regime aufforderten.

Wir fordern daher: Ein Mahnmal der Opfer der Kirche auch in Ingolstadt

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