Die Hochburg des mittelalterlichen Wahns

Liebe Ingolstädter,
in Ihrer Stadt ereignete sich im Februar 2005 ein Skandal, den die Medien verschweigen. Ein Kartell aus Kirche und Gewerkschaften, Presse und Justiz versuchte, die Meinungsfreiheit in Ihrer Stadt zu unterdrücken. Es ging so zu wie in finsteren Zeiten deutscher Vergangenheit. Lesen Sie hier was sich im einzelnen ereignete! (Download der Broschüre als pdf-Datei [471 KB] )

Prof. Dr. theol. Mynarek: "Kirche und Geld"

Im Januar dieses Jahres wurde im Gewerkschaftshaus am Paradeplatz ein Veranstaltungsraum reserviert, in dem ein bekannter Theologe und ein Vertreter des Bundes für Geistesfreiheit über die finanzielle Verflechtung zwischen Staat und Kirche sprechen wollten. Diese Verflechtung führt bekanntlich jährlich zu einer milliardenschweren Subventionierung der Kirchen aus allgemeinen Steuergeldern. Deshalb sollte für die Veranstaltung mit dem Appell „Spart euch die Kirche!“ geworben werden – ein Slogan, dem viele Zeitgenossen ohnehin längst folgen, indem sie der Kirchenbürokratie den Rücken kehren. Doch wohlgemerkt: Es ging nicht um die Kirchensteuer der Kirchenmitglieder, sondern vor allem um die jährlich 14,15 Milliarden Euro Subventionen, welche der Staat, das heißt wir, alle Bürger, zusätzlich für die katholische und evangelische Kirche aufbringen müssen: für Bischofs- und Pfarrergehälter, für Priesterausbildung, für konfessionellen Religionsunterricht, Militärseelsorge und vieles mehr. Sogar der Meßwein beim Abendmahl in den Kasernen wird vom Staat bezahlt.

Die Kirche gackert, die Gewerkschaft kuscht, ...

... die Richter spuren
Doch in Ingolstadt darf man davon nicht einmal reden. Der Donaukurier reagierte auf eine Weise, die gegen die Anstandspflicht der freien Presse verstößt: Er verweigerte den Abdruck einer Anzeige zur Ankündigung der Veranstaltung. Mit einer merkwürdigen Begründung: Man trage Verantwortung für den ländlichen Teil der Zeitungsabonnenten (Ist damit vielleicht der Bischof von Eichstätt und sein Gefolge gemeint?). Offenbar fühlt sich der Donaukurier als kirchlicher Vormund seiner Leser. Kein Wunder, wenn man weiß, wie eng der Kurier mit dem Evangelischen Sonntagsblatt verschwistert ist – so eng, dass der Chefredakteur schon einmal hin und her wechselte.

Die kirchliche Vormundschaft hat auch die Gewerkschaft fest im Griff: Wenige Stunden vor der Veranstaltung kündigte sie den rechtswirksam gemieteten Raum mit dem Hinweis auf das Flugblatt „Spart euch die Kirche!“ Kirchenkritik ist bei den Genossen nicht mehr erlaubt, obwohl kirchliche Arbeitgeber unsoziale Privilegien in Anspruch nehmen, die für viele Arbeitnehmer ein Ärgernis sind. Doch wenn die Kirche pfeift, kuscht die Ingolstädter Gewerkschaftsleitung, vertreten durch den DGB- Organisationssekretär Wilfried Maxim und den 1. Bevollmächtigten der IG Metall, Johann Horn: Mit einer Pressemeldung warf sie sich in den Staub und versicherte händeringend, dass sie mit einer solchen Veranstaltung nichts zu tun haben wolle.

Die Kündigung des Veranstaltungsraums war ein dreister Rechtsbruch, zu dem sich die Gewerkschafter entschlossen, um bei den Bischöfen nicht in Ungnade zu fallen. Doch es kommt noch schlimmer: Der Ingolstädter Amtsrichter Sitzmann weigerte sich, den Veranstaltern zu ihrem Recht zu verhelfen: Er lehnte eine einstweilige Verfügung zur Aufhebung der Kündigung mit der Begründung ab, man könne die Veranstaltung ja nachholen.

Dies ist haarsträubend, da natürlich bereits Tausende Handzettel verteilt waren, Anzeigen gesetzt wurden und die Menschen z.T. bereits unterwegs zum Vortrag waren. Eine Verschiebung konnte nicht mehr publiziert werden.

Doch Kirchenkritiker haben bei der Ingolstädter Justiz offenbar keine Chance. Verträge mit „Ketzern“ kann man anscheinend ungestraft annullieren. Die Kirche gackert, die Gewerkschaft kuscht und die Richter spuren.

 
Diese Pressemitteilung hing am 21.2.05 an der Türe zum Gewerkschaftshaus in Ingolstadt. (Zum Lesen: mit Maus anklicken) Der Inhalt zeigt deutlich wessen Geistes Kind die Gewerkschaft ist. Mit der Wahrheit nahm man es dabei nicht so genau, denn der Mieter hatte sogar ungefragt und schriftlich darauf hingewiesen, dass das Thema „die finanziellen Verflechtungen zwischen Kirche und Staat“ ist. Zudem hat er die Namen der Hauptredner sowie den Veranstalter, die Initiative „Ein Mahnmal für die Opfer der Kirche“, und deren Sprecher mit voller Adresse genannt. Johann Horn, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ingolstadt, Mitglied in wichtigen Gremien: Aufsichtsrat Audi AG, Aufsichtsrat Conti Temic, Landesvorstand RKW, Verwaltungsrat Arbeitsamt Ingolstadt, Tarifkommission Metall- und Elektroindustrie, Tarifkommission Rieter

Sinkt Ingolstadt ins Mittelalter zurück?

Liebe Ingolstädter, wollen Sie es hinnehmen, dass Ihre Stadt ins Mittelalter zurücksinkt?! Gestern war es unserer Initiative, der man das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung verweigerte. Wer weiß, wer morgen dran ist?!
Vielleicht denken Sie darüber nach, was man als freier Bürger tun kann, um den Drahtziehern totalitärer Intoleranz das Handwerk zu legen: Vielleicht den Donaukurier abbestellen. Vielleicht aus der Gewerkschaft austreten. Auch Kirchenaustritte werden immer moderner. Manche halten sie sogar für notwendig, um der Geldverschwendung vorzubeugen, über die wir an diesem Abend dann doch berichteten. Denn eine Stunde vor Beginn war es gelungen, noch einen neuen Raum für die Veranstaltung zu finden. weiter ...