Bartholomäus-Nacht In einer Nacht 3000-5000 Hugenotten ermordet

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts versuchte Jan Hus in Prag die Kirche zu reformieren. Er wurde, trotz Zusicherung freien Geleits durch den deutschen Kaiser, 1415 auf dem Konzil in Konstanz verbrannt, ebenso wie in den Jahren danach zahlreiche seiner Anhänger auch in Deutschland: Nikolaus von Dresden, Stephan von Basel, Friedrich Raiser oder der Bürgermeister von Zittau mit 12 weiteren Bürgern der Stadt, um nur einige zu nennen (Die historische Zeitschrift »Damals«, 7/94).

Während und nach der Reformationszeit wurden auch Anhänger der Reformation zeitweise zu Opfern der katholischen Inquisition vor allem in Südeuropa. Dennoch waren sich alle staatskirchlichen Konfessionen, die katholische ebenso wie die lutherische, die zwinglianische und die calvinistische einig in der Bekämpfung und Ermordung von Anhängern kleinerer Gruppen wie z.B. der Täufer.

1527 wurde der Täufer Felix Mantz in Zürich hingerichtet, 1528 Balthasar Hubmaier in Wien, 1536 Jakob Hutter in Innsbruck. Der Graf von Alzey in der Pfalz soll, nachdem er 350 Täufer hinrichten ließ, ausgerufen haben: »Was soll ich bloß tun? Je mehr ich töte, desto größer wird ihre Zahl.« (Gerhard Wehr, »Reformation der Täufer«, in »Die Kommenden«, 25. 11.83). Die Täufer waren in der Regel für ihre friedfertige und untadelige Lebensführung bekannt. Als Kaspar Zacher aus Waiblingen der Täuferei verdächtigt wurde, führte er zu seiner Entlastung an: er schwöre leichtfertig, fluche, trage unrechtmäßig Waffen und sei streitsüchtig - er könne also kein Täufer sein.

In Frankreich wurden die Hugenotten, die franz. Protestanten, blutig verfolgt. Im Jahre 1572 wurden in Paris in einer einzigen Nacht, der Bartholomäusnacht, 3000 bis 5000 von ihnen umgebracht.