Die Machtpolitik der Päpste als Kriegsursache

Das Papsttum trägt an zahlreichen der in Europa durch alle Jahrhunderte geführten Kriege eine erhebliche Mitschuld. Abgesehen von den Kreuzzügen, zu denen die Päpste direkt aufriefen, betätigten sich die selbsternannten »Stellvertreter Christi« auch sonst ständig als Kriegstreiber. Die Kirche hetzte die Byzantiner gegen die Ostgoten und Vandalen, die Franken gegen die Langobarden, die Staufer gegen die Normannen und umgekehrt, die Welfen gegen die Waiblinger - und im 11. Jahrhundert die eigenen Bischöfe gegen die deutschen Kaiser.

Deutschland fiel durch die Intrigen des Papsttums von einem Bürgerkrieg in den nächsten; das Land wurde ebenso verwüstet wie später im Dreißigjährigen Krieg (vgl. Deschner: »Kriminalgeschichte des Christentums«, Bd. 6). Auch der Dreißigjährige Krieg wäre ohne die Machtpolitik der Kirche wohl kaum ausgebrochen.

Der "heilige" Augustin, der "große" Kirchenlehrer, rechtfertigte den Krieg mit den Worten: »Was hat man denn gegen den Krieg? Etwa dass Menschen, die doch einmal sterben müssen, dabei umkommen?«

Ein Beispiel von vielen: Papst Innozenz III

Innozenz III Unerbittlicher Verfolger von Abweichlern

Innozenz III. 22. Februar 1161 - 16. Juli 1216 gilt als der bedeutendste Papst des Mittelalters.

Geboren wurde er als Lotario de Conti, als Spross einer bedeutenden römischen Adelsfamilie, der mehrere Päpste entstammen. Er studierte in Rom, Paris und Bologna und galt als einer der besten Kirchenrechtler seiner Zeit. Zum Papst gewählt wurde er 1198 nach dem Tod von Coelestin III.

Nach dem Tod von Kaiser Heinrich VI. war Friedrich II. als dessen Sohn zum deutschen König gewählt, jedoch nicht im Reich anerkannt worden. Stattdessen kam es zur Doppelwahl Philipps von Schwaben und Ottos IV. von Braunschweig. Friedrich selbst erhielt unter der Vormundschaft von Innozenz III. 1197 die Krone von Sizilien. Innozenz schlug aus den deutschen Streitigkeiten zwischen Welfen und Staufern Vorteil und sicherte sich Ländereien des Kirchenstaats und bestand darauf, dass der Papst bei der Kaiserwahl das letzte Wort habe (Dekret Venerabilem 1202).

Innozenz machte den 1198 von ihm ausgerufenen 4. Kreuzzug zu seiner Sache, der allerdings scheiterte. Durch die Plünderung von Zara 1202 und von Konstantinopel 1204 nahm der Kreuzzug zudem einen katastrophalen Verlauf und trug beträchtlich zum endgültigen Schisma zwischen katholischer und orthodoxer Kirche bei. Innozenz galt als unerbittlicher Verfolger der Häresie. Er sorgte für die Vernichtung der Katharer und anderer Häretiker in allen päpstlich kontrollierten Staaten. Unter der Führung von Simon von Montfort erfolgte der Albigenserkreuzzug 1209, wobei die Kirche auf Innozenz' Geheiß die Organisation übernahm. Die Häretiker sollten der päpstliche Linie folgen oder exkommuniziert werden. Dies war das Vorspiel der 1233 eingerichteten blutigen Inquisition. Andere der "Häresie" nur verdächtigte Gruppen (Waldenser, Humiliaten, Franziskaner, Dominikaner) wurden auf Bestreben von Innozenz auf kirchliche Linie gebracht oder "integriert".

Im November 1215 eröffnete er das 4. Laterankonzil, wo er zum erneuten Kreuzzug in das Heilige Land aufrief, sowie 70 teilweise bis heute in der katholischen Kirche geltende Edikte verabschieden ließ. Innozenz starb in Perugia und wurde 1891 in der Kathedrale von Perugia durch Papst Leo XIII. beigesetzt.

Auch Martin Luther ruft zum Krieg auf

Martin Luther rief zum Krieg gegen die Bauern auf: »Steche, schlage, würge hier, wer da kann.« (Hans-Jürgen Böhm, »Martin Luther - ein Mythos zerbricht«, S. 93). Der Aufstand der Bauern wurde im Blut erstickt. Luther hat daran einen erheblichen Anteil.

Vatikan ist mitschuldig an den Weltkriegen

Noch im 20. Jahrhundert drängte der Vatikan Österreich-Ungarn zu einem harten Durchgreifen gegenüber Serbien - was 1914 mit zum Ersten Weltkrieg führte. Im Zweiten Weltkrieg: siehe Kroatien. Und der Vatikan unterstützte sämtliche faschistischen Diktatoren Europas im Kampf gegen den »Bolschewismus«. Der Papst hat weder den Katholiken Adolf Hitler exkommuniziert noch dagegen protestiert, dass auf den Koppelschlössern deutscher Soldaten »Gott mit uns« stand.