Behinderte seien »dem Schöpfer zurückzugeben«

In der Zeit des Dritten Reiches wurden, trotz gelegentlichen Widerstands (z.B. in Bethel), aus zahlreichen kirchlichen Einrichtungen behinderte Menschen bereitwillig dem Euthanasie-Tod ausgeliefert - so etwa in Neuendettelsau in Mittelfranken. Der leitende Arzt der evangelischen Behinderteneinrichtungen in Neuendettelsau hatte schon 1937 erklärt, diese »Verzerrung des menschlichen Antlitzes« sei »dem Schöpfer zurückzugeben.«

Das kam nicht von ungefähr: Schon Martin Luther äußerte sich über Behinderte wie folgt: »Wenn man aber von den teufelähnlichen Kindern erzählt, von denen ich einige gesehen habe, so halte ich dafür, dass sie entweder vom Teufel entstellt, aber nicht von ihm gezeugt sind, oder dass es wahre Teufel sind.« (Opery exegetica, Erlanger Ausgabe, II., S. 127)