„Beim Wort genommen“

Wer ist die „dunkle Macht“?

„Die dunkle Macht“ – diese Überschrift prangte Ende Oktober 2013 an allen deutschsprachigen Zeitungskiosken. Die Zeitschrift Stern (24.10.13) reagierte mit diesem Titelbild auf die Skandalmeldungen über die Verschwendung von Geldern beim Bau von Kirchengebäuden und über den dahinter stehenden Reichtum der großen Kirchen vor allem in Deutschland. „Wer ist die dunkle Macht?“ Da stellt sich die Frage: Ist das nicht ein bisschen dick aufgetragen, wenn der Stern nun in düsteren Farben einen Bischof von hinten abbildet und dazu aufs Titelblatt schreibt: „Die dunkle Macht. Reich und selbstherrlich: wie die katholische Kirche ihre Glaubwürdigkeit verspielt“. Werden nicht auch für öffentliche Bauwerke wie Bahnhöfe oder Flughäfen immer wieder Millionen, wenn nicht Milliarden von Steuergeldern verschwendet?

Aber die tun das wenigstens nicht im Namen Gottes. Es begann ja im Sommer 2013 mit den 40 Millionen Euro, die der Limburger Bischof Franz Peter Tebartz-van Elst für seine Bischofsresidenz ausgab. Wenig später kam dann heraus, dass auch für Diözesan-Verwaltungsgebäude in anderen Bistümern in ganz Deutschland enorme Beträge ausgegeben wurden und werden: 40 Millionen in Rottenburg-Stuttgart etwa oder mindestens 130 Millionen in München, meist in bester Innenstadtlage. Aber die öffentliche Diskussion ging sehr rasch über diese Einzelbeträge hinaus. Es geht um den Reichtum der Kirchen insgesamt, es geht um diverse Schattenhaushalte, wo enorme Vermögen vor den Augen der Öffentlichkeit versteckt werden können. Da geht es in einzelnen Bistümern offenbar um Milliarden, die da gehortet werden. Es geht aber auch um die Macht und den Einfluss der Kirchen, nicht nur in Deutschland. Aber vor allem in Deutschland, wo die katholische Kirche einen „Staat im Staate“ bildet, wie der Stern schreibt, in dem, „die katholischen Bischöfe, Deutschlands letzte Fürsten, wirken, als wären sie aus der Zeit gefallen.“ Der Diözesanbischof, so der Stern weiter, ist „Gesetzgeber, Richter und ausführende Gewalt in einer Person.“

„Staat im Staate“ – wie kommt diese Einschätzung zustande, und entspricht sie der Realität?

Der Politologe Carsten Frerk weist darauf hin, dass beiden großen Kirchen in Deutschland nicht nur ein Selbstverwaltungsrecht sondern darüber hinaus de facto auch noch eine Art Selbstbestimmungsrecht zugestanden wird: ein Recht, selbst zu entscheiden, was sie als ihre Angelegenheiten betrachten will und was nicht. Das ist aber in der Verfassung so nicht vorgesehen. Und es führt dazu, dass sich die Kirchen tatsächlich wie ein Staat im Staate weitgehend der sonst üblichen Aufsicht durch staatliche Behörden entziehen können. Besonders krass trat dies bei den ungezählten Sexualverbrechen von Priestern an Kindern und Jugendlichen zu Tage, die die Kirche wie selbstverständlich über Jahre hinweg vor den Strafverfolgungsbehörden geheim hielt. Der aus der Kirche ausgetretene Theologe Eugen Drewermann brachte es im Fall des Limburger Bischofs auf den Punkt, als er sagte, es gehe, so sinngemäß, nicht um eine Person, sondern um die Struktur der Kirche insgesamt, also über welche Macht sie verfügt und wie sie diese einsetzt. Wörtlich sagte Drewermann: „Die katholische Kirche hat enorme Rücklagen und ist der größte Großgrundbesitzer in Deutschland. Das ist der eigentliche Skandal.“ (Neue Westfälische, 12.10.13)

Und in der Tat: Die katholische Kirche ist nicht nur in Deutschland streng monarchisch und absolutistisch organisiert, sondern weltweit. Und das war schon immer so, denn sie wurde ja gegründet, um Macht auszuüben und Geld anzuhäufen. Man könnte auch sagen, sie ist totalitär strukturiert, denn kaum eine Religion greift so bestimmend in das persönliche Leben jedes einzelnen ein wie die Vatikankirche. In ihren Dogmen, die bis heute gültig sind und als „unfehlbar“ bezeichnet werden, wird jeder mit der ewigen Hölle bedroht, der nicht katholisch ist. Das sind derzeit 6 Milliarden Menschen. Aber auch die Katholiken selbst müssen auf der Hut sein, denn schon wer auch nur eines der Dogmen nicht für wahr hält, dem droht die ewige Verdammnis. Die Struktur der Kirche zeigt sich gerade jetzt auch in dem aktuellen Skandal, auf den der Stern Bezug nimmt. Der deutsche Philosoph und Historiker Kurt Flasch sagte dazu im Spiegel (21.10.03): „Am Fall des Bischofs Tebartz-van Elst schockiert oder empört mich, ... dass alle Katholiken in Deutschland jetzt nach dem Papst rufen. ... Da sieht man, was das ganze Zweite Vatikanische Konzil für ein Bluff war ... Was ist denn das für eine Verfassung, die in die demokratische Welt überhaupt nicht mehr passt?“

In der evangelischen Kirche gibt es zwar mehr Gremien, aber da haben Pfarrer und Theologen bei Abstimmungen noch immer ein Übergewicht. Auch Martin Luther lehrte im übrigen die ewige Verdammnis, und das hat die lutherische Kirche bis heute nicht widerrufen. Das widerspricht aber diametral der Lehre des Jesus von Nazareth, der uns den liebenden Gott nahe brachte. Ungezählte Menschen leiden bis heute unter dieser finsteren Lehre, erleiden seelischen Schaden, weil man ihnen – in beiden Kirchen – mit einem strafenden, willkürlichen, letztlich grausamen Gott gedroht hat. Gott ist dann für sie eine dunkle Macht; und so werden die Menschen von Gott entfremdet, oft für ein Leben lang. Aber die beiden Kirchen haben noch eine weitere Gemeinsamkeit, das ist die sogenannte „Zwei-Reiche-Lehre“. Nach dieser Lehre stehen sich das Reich der Kirche und das Reich des Staates gegenüber. Das Vorrecht hat aber nach dieser Lehre immer die Kirche. Der Staat soll die Ordnung auf dieser Erde gewährleisten, aber immer nach den Regeln, die die Kirche ihm vorgibt. In der Vatikankirche gipfelt das dann in der Aussage, dass der Papst angeblich der oberste Richter aller Richter ist, also der Richter über alle Könige und Staatsoberhäupter auf der ganzen Welt. Dieses Dogma wurde 1870 auf dem Ersten Vatikanischen Konzil aufgestellt und bis heute nicht widerrufen.

Heutzutage steht aber diese Macht des Papstes doch nur noch auf dem Papier. „Der Papst? Wie viele Divisionen hat der?“, soll Josef Stalin gefragt haben, und heute regiert der Papst nur noch einen Ministaat, der, wie das Handelsblatt einmal schrieb (7.10.13), „die Ausmaße der Münchner Theresienwiese knapp unterschreitet.“

Immerhin bezeichnete das amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes den Papst (kath.net 30.10.13) Ende Oktober 2013 als viertmächtigste Person der Erde, noch vor der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Platz 5. Bewertet werden auf dieser Liste Macht und Einfluss in verschiedenen Bereichen, unter anderem auch die von diesen Personen gesteuerten finanziellen Ressourcen.

Womit wir wieder beim Geld wären. Das war ja auch der Ausgangspunkt für den erwähnten Artikel über die „dunkle Macht“. Auch die Kosten für viele kirchliche Einrichtungen, schreibt der Stern, werden „zum großen Teil vom Staat getragen ... Er finanziert Krankenhäuser und viele Kindergärten, sogar den Hauptteil am Bischöflichen Hilfswerk Misereor.“ Der Hauptvorwurf dabei war, dass die deutsche Kirche im Geld schwimmt, und man weder genau weiß, wie viel es ist noch woher es stammt.

Die Kirche hat 1700 Jahre Erfahrung darin, immer wieder neue Geldquellen anzuzapfen. Jesus, der nie eine Kirche gegründet hat, der sagte noch: „Häuft euch keine Schätze an, die Motten und Rost auffressen.“ Die Kirche in Deutschland ist hingegen nicht nur steinreich an Grundbesitz, wie Eugen Drewermann sagte, sondern auch an Aktien, Firmenbeteiligungen Immobilien usw. Der erwähnte Experte Carsten Frerk schätzt das Vermögen allein der katholischen Kirche auf 270 Milliarden Euro. Wieviel es genau ist, das ist schwer zu ermitteln, weil es in verschiedenen Schattenhaushalten versteckt ist, die einer staatlichen Kontrolle entzogen sind. Und woher stammt es: zum einen aus der Geschichte, unter anderem aus Erbschleicherei, Urkundenfälschung, Ablasszahlungen, aus Kriegszügen und von den Opfern der Hexenverfolgung. Zum anderen aus der heutigen Zeit. Da werden wie im Fall Limburg Gelder aus der Kirchensteuer auf geheimen Konten gehortet und deren genaue Herkunft damit verdunkelt. Aber alle anderen Steuerzahler werden auch mit zur Kasse gebeten. Alle Steuerzahler! Auch Muslime, Juden, Atheisten

Der Staat zahlt aus dem allgemeinen Steuertopf Jahr für Jahr ca. 15 Milliarden Euro an die großen Kirchen, zusätzlich zur Kirchensteuer, unter anderem auch die Gehälter fast sämtlicher Bischöfe, also auch die rund 10.000 Euro für den Bischof von Limburg, auch solange sich dieser gerade in einer Auszeit befindet. Und selbst im Falle der Absetzung wird der Steuerzahler noch seine Pension von etwa 5000 Euro übernehmen.

Und wieso macht der Staat das? Dabei steht doch im Grundgesetz, dass es in Deutschland keine Staatskirche gibt.

Es ist tatsächlich verblüffend, wie die Kirchen das immer wieder schaffen, andere für sich arbeiten und zahlen zu lassen. 15 Milliarden, das muss man sich mal vorstellen. Im Jahr! Von den sogenannten Staatsleistungen werden im weiteren Sinne auch die Religionslehrer an staatlichen Schulen bezahlt, die Theologieprofessoren an staatlichen Universitäten usw. Doch das Ganze beruht letztlich auf einem historischen Schwindel. Die Kirchen behaupten nämlich, dass dies Entschädigungen seien, die sie seit rund 200 Jahren, also seit Napoleons Zeiten, erhalten würden, weil sie damals enteignet worden seien. Doch weder wurden die Kirchen damals enteignet, wie es behauptet wird, noch wurden Entschädigungen vereinbart, geschweige denn solche, die für alle Ewigkeit gelten sollten. Das ist historisch einfach nicht haltbar. Der bereits erwähnte Politologe Carsten Frerk hat dies in seinem Buch „Violettbuch Kirchenfinanzen“ eindeutig belegt. Aber es zeigt den geradezu unfassbaren Einfluss der Kirchen auf den deutschen Staat und auf die Massenmedien, dass sie uns dieses Märchen bis heute erzählen konnten.

Schon im Jahr 1919 wurde in der damaligen deutschen Reichsverfassung gefordert, dass diese Staatsleistungen beendet werden sollten. Denn sie passten einfach nicht mehr in die Zeit der beginnenden Demokratie des Deutschen Reiches als Republik. Es sind Überbleibsel aus der Feudalzeit – sehr kostspielige Überbleibsel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Verfassungsauftrag auch in das Grundgesetz übernommen, doch getan hat sich in den fast 100 Jahren, wo das in der Verfassung eindeutig drinsteht, nichts. Anfang 2013 hat die Fraktion der Linken im Bundestag in Berlin mal einen Antrag gestellt, aber der wurde abgelehnt. Wir haben also eine mächtige Kirchenlobby auch in den Parlamenten, in den Landtagen und im Bundestag, die das seit fast einem Jahrhundert verhindert, dass diese Zahlungen endlich beendet werden. Im 2013 neu gewählten Bundestag sitzen allein sieben Parlamentarier, die gleichzeitig im Zentralkomitee der deutschen Katholiken sind. Bei den Lutheranern ist es ganz ähnlich. Über die Gefahr von Lobbies in der Politik macht man sich zwar viele Gedanken, aber von den Kirchen spricht in diesem Zusammenhang merkwürdigerweise kaum jemand. Es ist tatsächlich wie eine dunkle Macht hinter den Kulissen, die aber kaum jemand sehen will.

Im Gegenteil: Zu Wahlkampfzeiten betonen manche Politiker geradezu ihre Ausrichtung auf die Interessen der Kirche und gehen damit auf Stimmenfang. Ein Beispiel: Die Bundeskanzlerin Angela Merkel, eine lutherische Pfarrerstochter, hielt im Juli 2013 einen Vortrag in einem lutherischen Gästehaus und betonte, und ich zitiere: „... dass ich an der Seite der Kirchen stehe, wenn es um deren Rolle in unsrer Gesellschaft geht ... Es ist in unserem Interesse, starke Kirchen zu haben.“ Das berichtete das lutherische Medienmagazin Pro. (12.7.13)

Wen hat sie wohl gemeint, als sie sagte: „ ... in unserem Interesse“? Die Regierung? Ihre Partei? Oder das ganze Volk? Das ganze Volk kann sie wohl nicht gemeint haben, denn das muss schließlich, wie wir gehört haben, für diese starke Rolle der Kirchen jedes Jahr Milliarden aufwenden. Also kann sie nur sich selbst und ihre Partei gemeint haben, die ja auch das „C“ für „christlich“ im Namen führt. Und da wäre schon die Frage: Wofür braucht Merkel eigentlich „starke Kirchen“? Die Parteien mit dem „C“ haben ja über Jahrzehnte unter anderem dafür gesorgt, dass Deutschland zum drittgrößten Waffenexporteur der Welt wurde. Und das, obwohl Jesus von Nazareth Pazifist war und jegliche Gewalt abgelehnt hat. Er sagte sinngemäß sogar: „Liebet eure Feinde!“ Deshalb haben die Freien Christen für den Christus der Bergpredigt eine Unterschriftenaktion gestartet unter dem Motto: „Keine Waffenexporte im Namen des Christus! CDU und CSU – streicht das ‚C’!“ Deutsche Waffen, vom Sturmgewehr bis hin zum U-Boot, landen inzwischen fast überall auf der Welt, auch in Krisengebieten und in Diktaturen, und werden von dort aus weiterverkauft. Man muss davon ausgehen, dass in so ziemlich allen bewaffneten Konflikten dieser Erde Menschen, auch Frauen und Kinder, in deutsche Gewehrläufe blicken oder von in Deutschland produzierten Granaten zerrissen werden. Braucht Angela Merkel deshalb „starke Kirchen“, weil sie diese abgründige Politik fortsetzen will und die Kirchen mit ihrem Einfluss ihr dabei den Rücken freihalten sollen?

Oder braucht sie starke Kirchen, weil die Parteien mit dem „C“ auch z.B. die Massentierhaltung befürworten und vom Staat subventionieren lassen? Weil sie die industrielle Landwirtschaft unterstützen, die die Hauptursache des Artenrückgangs in unseren Wiesen und Feldern ist? Die Kirchen schweigen dazu. Für die Tiere, die in der Agrarsteppe vergiftet werden oder in der Massentierhaltung leiden, ist das wie eine dunkle Macht, der sie völlig ausgeliefert sind. Genauso wie es für die Menschen in den Kriegsgebieten ein grausames Schicksal ist, wenn sie durch in Deutschland hergestellte Waffen zu Tode kommen. Auch die Kinder und Jugendlichen, die von Pfarrern oder Priestern sexuell missbraucht werden, stehen dem meist vollkommen hilflos gegenüber.

Dazu passt noch einmal ein Zitat aus dem Stern-Artikel: „Als vor Jahren die Missbrauchsvorwürfe gegen katholische Würdenträger epidemisch wurden, zögerte und zauderte die Kirche lange. Eine ‚ausgeprägte Bereitschaft, selbst gravierende vergehen unaufgeklärt und ungesühnt zu lassen’, wurde in einem Rechtsgutachten für die Erzdiözese München und Freising festgestellt. Die Wurzel dieses Übels sei ein ‚fehlinterpretiertes klerikales Selbstverständnis’“.

Das geht zwar in die richtige Richtung, aber es greift noch zu kurz. Es geht um das Selbstverständnis der Kirche insgesamt als Institution. Es wurden ja bereits die angeblich unfehlbaren Dogmen der Kirche erwähnt, allen voran die Drohbotschaft von der Hölle. Es gibt tatsächlich hunderte von derartigen Verdammungsflüchen gegen sogenannte Ketzer, fast gegen alles und gegen jeden. Sogar Vegetarier gelten nach einer Aussage des Kirchenlehrers Augustinus als „gottlose Ketzer“, und sie wurden in der Antike und im Mittelalter tatsächlich von der Inquisition verfolgt und getötet. Diese Macht hat die Kirche heute zwar nicht mehr, aber die Dogmen sind alle noch gültig, sie sind in dicken Büchern aufgelistet und nachzulesen. Da steht zum Beispiel drin – wie gesagt, nur eines von vielen hundert: »Deshalb muss (die Kirche) alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte. Somit kommt der Kirche aus der ihr vom göttlichen Urheber übertragenen Machtvollkommenheit nicht nur das Recht zu, sondern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren nicht nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu verurteilen« Das ist die Randnummer 382 aus dem Buch von Neuner und Roos, „Der Glaube der Kirche in Urkunden der Lehrverkündigung“. Und „ausmerzen“ heißt laut Duden: radikal beseitigen.

Im Mittelalter hat man das noch wörtlich genommen. Heute kennt man innerhalb der Kirchen andere Mittel und Wege, um gegen unliebsame Personen oder Gruppierungen vorzugehen. Man verleumdet sie öffentlich, brandmarkt sie als Außenseiter und beschimpft sie als „Sektierer“.

Aber gibt es jetzt nicht im Vatikan einen Papst, der neue Töne anstimmt und auf den viele ihre Hoffnung setzen?

Er mag ja für manchen ganz sympathische Züge haben. Aber er hat immer gesagt, dass er ein Sohn der Kirche ist und am Katechismus und am Glauben der Kirche festhalten wird. Das bestätigt auch Georg Gänswein, der im Vatikan beide Päpste täglich erlebt. In einem Interview mit der Bunten (41/2013) bestätigte er, zwischen den beiden gebe ist in Bezug auf Glaubensfragen „volle Kontinuität“. Papst Bergoglio hält also auch an den Dogmen fest, da besteht kein Zweifel. Was nützen dann die schönen Worte?

Selbst wenn er tatsächlich etwas ändern wollte: Am Vatikan haben sich schon viele die Zähne ausgebissen. Seit vielen Jahren wird z.B. immer wieder behauptet, die Verwicklung der Vatikanbank in dunkle Geschäfte bis hin zur Geldwäsche in mafiösen Strukturen gehöre längst der Vergangenheit an. Und dann kam doch wieder Neues ans Licht. Oder nehmen wir den Exorzismus. Nach dem Tod der Studentin Annelise Michel in Klingenberg 1976 nach einem bischöflich genehmigten Exorzismus ist man zwar in Deutschland offiziell sehr zurückhaltend. Doch in Vatikan gibt es noch immer einen Chef-Exorzisten und neben ihm weltweit viele tausend weitere aktive Teufelsaustreiber. Und was sagt dieser Chef-Exorzist, Gabriele Amorth heißt er, wenn er einmal aus der Schule plaudert? Im Jahr 2010 gab er der italienischen Zeitung La Repubblica ein Interview, und dabei zitierte er einen Satz von Papst Paul VI. aus dem Jahr 1978, der da lautet: „Der Rauch Satans ist in die Kirche eingedrungen“. Und er kommentierte diesen Satz mit den Worten, es gebe, so wörtlich „Kardinäle, die nicht an Jesus glauben, oder Bischöfe, die mit dem Dämon im Bunde stehen.“ Und im Jahr 2008 sagte er gegenüber der Zeitung „Der Spiegel“, dass der Dämon „ganz sicher“ auch im Vatikan tätig sei, „dem Zentrum“.

Dieser Chef-Exorzist scheint jedenfalls fest davon überzeugt zu sein, dass der Teufel leibhaftig existiert. Was natürlich nur schwer zu beweisen sein wird. Das Dunkle, das Böse in der Welt im weitesten Sinne ist eine Versuchung für jeden von uns, und da gilt es, wachsam zu bleiben. Jesus von Nazareth, der große Liebe- und Weisheitslehrer, hat uns dazu in Seiner Bergpredigt einen guten Kompass mitgegeben. Denn Er ist die helle Macht in jedem von uns. Und schon die großen Propheten Israels wie etwa Jesaja sagten sinngemäß: Gott wohnt nicht in Häusern aus Stein, die von Menschen errichtet werden. Er wohnt in uns.

„Wer ist die dunkle Macht?“ Zu diesem Thema könnte man sicher noch vieles weitere zusammentragen. Jeder hat selbst die Möglichkeit, sich diese Frage zu beantworten.