Wissen Sie, dass auch in Frankreich Stierkämpfe durchgeführt werden?

So richtig mit Stiere quälen und töten und allem Drum und Dran!

In über 60 südfranzösischen Städten wird das praktiziert. Aber wussten Sie, dass auch katholische Priester zu den Stierkampfbegeisterten gehören?

Nein, aber nach den vielen Meldungen, was Priester so alles anstellen, kann einen das fast nicht mehr wundern.

Neulich stand in der großen südfranzösischen Zeitung Midi Libre ein Artikel über den Priester Jaques Teissier, der seit über 60 Jahren ein Fan des Stierkampfs ist und diesen in seiner Freizeit auch selbst praktiziert. Aber fast noch bemerkenswerter als der Artikel selbst war die Reaktion darauf im Internet.

Überwiegend negativ, vermute ich.

Aber wie heftig! Ein Leser schreibt: „Es ist unerhört, dass ein Mann der Kirche sich für den Stierkampf begeistern kann, der nichts als Leiden, Qual und langsamer Todeskampf ist. Versetzen wir uns einmal in die Tiere, die nur in Ruhe leben möchten, wie wir übrigens auch. “ Hier, lies mal weiter, ich hab eine Kopie für Dich gemacht.

„Dass ein Priester die Stierkämpfe liebt, ist eine Schande, und dass er nicht exkommuniziert wird, noch mehr. Man muss an Benedikt XVI. schreiben.“ Das wird aber wenig nützen, weil Papst Joseph Ratzinger selbst in den Katechismus der Vatikankirche hineingeschrieben hat, dass der Mensch Tiere nach eigenem Gutdünken für seine Zwecke gebrauchen kann.

Genau das schreibt ein anderer Leser: „Es ist nicht erstaunlich, dass Männer der Kirche den Stierkampf befürworten. Die Kirche stellt den Menschen über alle Geschöpfe. Die Tiere dienen nur dazu, die Menschen zu ernähren oder zu amüsieren. Es gibt von dieser Seite aus keine Hoffnung!“

Oder hier, auch junge Menschen schreiben: „Ich bitte meine Tante um Entschuldigung, dass ich ihr Internet benutze, um euch zu schreiben, ohne sie um Erlaubnis zu fragen. Ich bin 14 Jahre alt, ich liebe die Natur und alle Tiere. Ich habe den Artikel über diesen Priester Teissier gelesen. Wie sich dieser Mann der Kirche äußert, hat mir Brechreiz verursacht. Er ist unwürdig für seine Aufgabe, denn er erweckt in Kindern wie mir Zweifel gegenüber der Religion und ihren Vertretern. Ich schäme mich für ihn.“

Zweifel kann das zumindest bei solchen Menschen auslösen, die nicht zwischen Christentum und Kirche unterscheiden. Aber immer mehr Menschen schalten hier ihren Verstand ein. Zum Beispiel der: „Es ist eine Schande, dass ein Mann der Kirche den Stierkampf verherrlicht. In der Bibel steht geschrieben: "Du sollst nicht töten". Es steht nicht geschrieben: Du sollst keine Menschen töten, aber du darfst ein Tier quälen und töten.“

Und immer mehr Menschen ziehen auch Konsequenzen. Eine Leserin schreibt: „Ich falle aus allen Wolken. Ich hatte schon ernsthafte Zweifel an der katholischen Kirche, obschon ich getauft bin, aber ich finde die Stierkämpfe leidvoll und blutig, Leiden, die mit Stolz und Lust zugefügt werden. Für mich sind die Stierkämpfe dem Satanskult näher als der Verehrung Christi. Ich bin nicht bereit, nochmals einen Fuß in eine Kirche zu setzen und ich bin nicht erstaunt, dass sie immer leerer werden.“

Vielleicht noch diese Stimme: „Benedikt der XVI. sagte, dass die Inquisition doch keine schlechte Sache war, dann kamen die Skandale der pädophilen Priestern, und jetzt sagt uns ein Priester, dass er für Stierkämpfe ist. Waffen wurden gesegnet und jetzt Stierkämpfe! Jesus hat aber mit alldem nichts zu tun. Hat nicht Christus gesagt „Was du dem geringsten unter Meinen antust, das tust du Mir an und letztlich dir selbst auch“? Diese Kirche kann behaupten, katholisch zu sein, aber in keine Weise christlich, und das wissen wir schon lange. Danke an die Menschen, die vor kurzem in Deutschland einen Prozess gegen die Kirche begonnen haben, damit sie die Bezeichnung „christlich“ nicht länger verwenden darf.“

Da sieht man mal, wie sich das herumspricht! Diesen Prozess gibt es tatsächlich. Sechs Vertreter der Freien Christen für den Christus der Bergpredigt in allen Kulturen weltweit haben in Deutschland sowohl die katholische als auch die lutherische Kirche darauf verklagt, dass sie sich nicht länger „christlich“ nennen sollen. Unter anderem deshalb, weil sie, so wörtlich, „Verrat an den Tieren“ begangen habe.

Manchmal denke ich, es ist doch gut, dass es das Internet gibt. Da sieht man wenigstens mal, wie das Volk wirklich denkt.