Mitgedacht: Wer tanzt ums Goldene Kalb?
Bei der Eröffnung der EKD-Synode am 02.11.2008 in Bremen kritisierte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, die „Gier nach Geld“. Den Investmentbankern warf Huber vor, ihre Gier nach Geld habe den „Tanz um das Goldene Kalb“ beschleunigt. Nach Aussagen von Huber sei die Kirche den Armen verpflichtet und es sei legitim zu fragen, wie sich der Milliarden-Schutzschild für Banken „zur Einsatzbereitschaft unserer Gesellschaft für Hartz-IV-Empfänger verhält.“

Ein wahrhaft mutiges Wort des Bischofs, vor allem wenn man an die nicht mal 50 km entfernte Oldenburger Kirche denkt. Zu Beginn der Finanzkrise verlor diese immerhin 4,3 Millionen Euro durch die Pleite der US-Bank Lehman-Brothers. Ende Oktober wurde ein weiterer Verlust von 200.000 Euro bekannt, der durch eine Umschichtung des Vermögens von 1,8 Millionen Euro bei der Goldman-Sachs-Bank zu deutschen Banken entstand. – An wen dachte wohl die evangelische Kirche bei der Anlage ihres Vermögens? An die Armen und Hartz-IV-Empfänger oder um es mit Hubers Worten auszudrücken an das „Goldene Kalb“.

Vielleicht hat Bischof Huber auch der Neid zu dieser Aussage getrieben, denn im Gegensatz zu den finanziellen Fehleinschätzungen der Evangelischen Kirche tanzte die Katholische Kirche effektiver ums Goldene Kalb, indem sie instinktsicher lieber gleich in Gold investierte, worüber wir in zurückliegenden Sendungen bereits berichteten.