Die Kirchen sind ja in letzter Zeit sehr stark ins Gerede gekommen wegen der vielen Verbrechen an Kindern, die von Kirchenmännern begangen wurden. Erstaunlicherweise entstand dabei der Eindruck, dass diese Verbrechen eine römisch-katholische Besonderheit seien. Dabei gibt es das auch in der Luther Kirche. So ist beispielsweise der berüchtigte ehemalige Leiter der Odenwald-Schule, der sich reihenweise an Kindern vergangen hat, ein bekannter lutherischer EKD-Theologe.

Na ja, vielleicht hat die evangelische Kirche nur ein besseres Krisenmanagement.
Wenn ich daran denke, wie geschickt die inzwischen zurückgetretene Margot Kässmann nach ihrer Ernennung zur Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche in Deutschland die kriminellen Aussagen Martin Luthers mit der Aussage verharmloste, Martin Luther habe" zahlreiche Schattenseiten " gehabt.

Das ist wirklich eine dreiste Verharmlosung von dem, was Martin Luther so alles gelehrt hat.
Hier nur eine kleine Kostprobe: „Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes, durchteufeltes Ding ist´s um diese Juden, so diese 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

Mit diesem Satz würde Martin Luther heute sofort wegen Volksverhetzung angeklagt.

Das war nur eine von Dutzenden von ähnlichen Hassaufrufen Martin Luthers gegen die jüdischen Mitbürger. Er forderte auf,
„ ... dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre, dass man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke, diese Taugenichtse und Ausplünderer sind keiner Gnade und keines Mitleids wert.“ Zitat Ende. Viele dieser Schmähreden befinden sich in einem Werk Martin Luthers mit dem Titel "Von den Juden und ihren Lügen"

Diesen Mann verehrt die Luther Kirche ganz ungeniert noch heute. Das 500. Reformationsjubiläum 2017 wird sage und schreibe 10 Jahre lang gefeiert. Im Jahr 2010 sagte der damalige bayerische Landesbischof Johannes Friedrich:" In unserer lutherischen Tradition sind Maßstäbe und Einstellungen enthalten, die uns auf unserem Weg durchs 21. Jahrhundert sehr hilfreich sein könnten." Da können wir uns ja auf etwas gefasst machen.

Ja, aber nicht nur unsere jüdischen Mitbürger, sondern auch viele andere. Denn Martin Luther verbreitete auch Mordaufrufe gegen andersgläubige Prediger, gegen Türken, gegen Bauern, gegen Ehebrecher und andere. Nach heutigen Maßstäben war Martin Luther ein cholerischer Hassprediger und Volksaufwiegler.

Bisher konnte die Luther Kirche das wahre Wesen ihres Glaubensstifters recht gut verbergen. Aber vielleicht hat sie Angst, dass die verbrecherische Gesinnung Martin Luthers jetzt allmählich ans Tageslicht kommt. Man hat nämlich den Eindruck, dass als Alternative zu dem Gewaltmenschen Martin Luther jetzt vermehrt Philipp Melanchthon bekannt gemacht werden soll. Dieses Jahr wurde nämlich von der Luther Kirche Melanchthon-Jahr ausgerufen.

Da kommt die Luther-Kirche aber vom Regen in die Traufe. Melancthon hatte vielleicht eine feinere Sprache, aber er forderte zum Beispiel im Jahr 1536 auch die Todesstrafe für Eltern, die ihre Kinder nicht im Säuglingsalter taufen lassen, und dem Schweizer Reformator Johannes Calvin gratulierte er zur grausamen Folterung und Hinrichtung des Arztes und Wissenschaftlers Michael Servet, der nicht an die kirchliche Dreieinigkeit glaubte.

Es scheint, als ob irgendein Damm gebrochen ist. Die Lügen und Verbrechen der Vergangenheit lassen sich in beiden Kirchen auf Dauer nicht mehr verbergen.

Ich finde, dann wäre es aber jetzt an der Zeit, dass die beiden Kirchen endlich auch aufhören, den Menschen vorzumachen, sie seien christlich.
Denn auch der eingefleischteste Kirchgänger wird doch nicht so verbohrt sein, dass er all diese Ungeheuerlichkeiten der Kirchen Jesus, dem Christus in die Schuhe schieben würde.

Warten wir ab, ob die Kirchen unter dem Druck der Wahrheit zur Einsicht kommen. Unabhängig davon kann ja jeder selbst entscheiden,
wie lange er den Etikettenschwindel unterstützen will.