Wie ist das eigentlich bei dir zu Hause? Bekommst du auch immer königlichen Besuch um diese Jahreszeit?

Du meinst wahrscheinlich die sogenannten Sternsinger, die vor allem in katholischen Gegenden durch die Dörfer und Städte ziehen, als Heilige Drei Könige verkleidet?

Genau. Ich seh sie jedenfalls immer rumlaufen. Und ich komm damit irgendwie nicht ganz klar.

Weshalb?

Na, die Weisen aus dem Morgenland – von Königen steht ja in der Bibel gar nichts – also die Weisen aus dem Morgenland, die haben doch dem neugeborenen Jesus von Nazareth etwas geschenkt.

Ja, richtig: Gold, Weihrauch und Myrrhe – jedenfalls der Legende nach. Aber was ist daran so unklar?

Überleg doch mal: Die Weisen aus dem Morgenland bringen dem Jesus Geschenke. Aber die als Könige verkleideten Kinder, die machen heute das genaue Gegenteil. Die bringen keine Geschenke, sondern die wollen Geschenke!

Ah so! Du meinst, hier ist etwas falsch verstanden worden?

Sozusagen. Das wundert mich einfach.

Die Kirche ist doch so reich, besitzt Immobilien, Grundstücke, Aktien, die Pfarrer und Bischöfe bekommen gute Gehälter, zum Teil sogar auf Staatkosten. Und dann müssen sie Kinder zum Betteln losschicken.

Na ja. Die sammeln ja meist für die Mission, sagen sie.

Aber wenn man die drei Könige zum Vorbild nimmt, dann müsste die Kirche eigentlich selbst einen Teil ihres Reichtums abgeben, statt das Geld der Gläubigen umzuverteilen. Aber da kommt mir noch eine Frage: Ich les da immer: c+m+b. Was soll das eigentlich heißen?

Der Volksmund sagt: Caspar, Melchior und Balthasar. Die Pfarrer sagen: Das ist Latein und bedeutet: Christus segne dieses Haus. Aber in Wirklichkeit ist es wohl ein alter germanischer Brauch aus dem Heidentum: Man hat Zauberrunen über die Türen geschrieben, um böse Geister abzuhalten.

Aber ist das dann nicht heidnischer Aberglaube? Was haben magische Zaubersprüche mit Christentum zu tun?

Nichts. Der 6. Januar hatte auch ursprünglich eine andere Bedeutung. Man feierte an diesem Tag die Taufe Jesu im Jordan. Sozusagen Seine geistige Geburt, denn damit begann Sein Wirken als der geistige Revolutionär Jesus von Nazareth.

Der geistige Revolutionär, der ist den Priestermännern ja eher unbequem. Sie haben lieber das Kind in der Krippe oder den toten Mann am Kreuz. Oder ein paar Kinder, die sich als Könige verkleiden.

Ablenkung sozusagen.

Aber jetzt, wo du das sagst: 6. Januar. Es gibt ja keine Zufälle.

Am 6. Januar 1975, also vor genau 35 Jahren, begann auch das geistige Wirken eines anderen Menschen, der sehr viel Licht auf diese Erde gebracht hat. Gabriele, die Prophetin und Botschafterin Gottes für unsere Zeit, erlebte an diesem Tag den Durchbruch des Inneren Wortes Gottes, das sie bis heute an die Menschen weitergibt.

Das heißt: Gott lässt sich nicht zum Schweigen bringen. Auch nicht durch Priestermänner und heidnische Bräuche aller Art.