Was würden Sie sagen, wenn der russische Ministerpräsident Putin in einer Rede die Verdienste von Felix Edmundowitsch Dscherschinsky rühmen würde, der vor 93 Jahren den bolschewistischen Geheimdienst gegründet hat?

Wahrscheinlich: Der hat wohl kaum was dazugelernt. Denn an den Händen des stalinistischen Geheimdienstes klebt schließlich jede Menge Blut.

Papst Joseph Ratzinger, der hat was Vergleichbares gemacht. Er hat in einer Generalaudienz die Verdienste des „heiligen“ Dominikus gerühmt.

Dominikus? War das nicht der, der den Orden der Dominikaner gegründet hat?

Richtig. Das war im Jahr 1216. Und 1234 hat der Papst die Dominikaner mit der Durchführung der „heiligen Inquisition“ beauftragt.

Das Wappen der Dominikaner war ein Hund, der eine brennende Fackel im Maul trägt. Die „Hunde des Herrn“, so nannten sie sich selbst, überzogen ganz Europa mit einem System von Spitzeln und Denunzianten und führten persönlich im Auftrag des Papstes Verhöre durch, waren bei Folterungen und Hinrichtungen zugegen. Die britischen Historiker Baigent und Leigh schreiben über Dominikus: „Es dürfte nur wenige Heilige geben, an deren Händen mehr Blut klebte.“

War Dominikus selbst auch schon so fanatisch? Oder erst seine Nachfolger?

Dominikus zog mit den Rittern des sogenannten Ketzerkreuzzuges durch Südfrankreich, die innerhalb von 20 Jahren das Land verwüsteten und die Ketzer fast ausrotteten. Dominikus urteilte selbst über die gefangenen Katharer, brachte zahllose auf den Scheiterhaufen. Und fanatisch war er auch sonst. Bei seinen Predigten soll er eine eiserne Kette um den Fuß getragen haben, mit der er sich geißelte.

Und was sagte dann der Papst in seiner Audienz zu all dem?

Gar nichts. Er sagte weder etwas zur Inquisition noch zum Ketzerkreuzzug. Er erwähnte lediglich die „Irrlehre“ der häretischen Gruppe“ der Albigenser, wie man die Katharer auch nannte, und dass das Wirken dieser Bewegung „die Wahrheit des Glaubens störte.“ Außerdem stellte er die Lehre dieser Bewegung auch noch verzerrt dar.

Das ist aber nichts Neues. Die Kirche verbreitet bis zum heutigen Tag Unwahrheiten über die Lehre und das Leben von Glaubensrichtungen, die ihr ein Dorn im Auge sind.

Der Papst hat ja auch vor wenigen Jahren das Wirken der Inquisition als „Fortschritt“ bezeichnet.

„Aber man muss doch sagen, dass Inquisition der Fortschritt war, dass nichts mehr verurteilt werden durfte ohne ´inquisitio`, das heißt, dass Untersuchungen stattfinden mussten.“ Das sagte er im deutschen Fernsehen vor ziemlich genau 5 Jahren, kurz bevor er zum Papst gewählt wurde.

Damals war er ja der Leiter der so genannten Glaubenskongregation und damit historisch gesehen der Nachfolger der Großinquisitoren. Und jetzt lobt er den Dominikus über den grünen Klee. Ich zitiere: „Dieser große Heilige ruft uns in Erinnerung, dass im Herzen der Kirche stets ein missionarisches Feuer brennen muss, das unaufhörlich dazu drängt, die erste Verkündigung des Evangeliums und, wo notwendig, eine neue Evangelisierung zu bringen.“ Zitat Ende.

Na ja, die Feuer, die haben ja wirklich gebrannt, damals. Irgendwie wird mir das langsam unheimlich. Was hat dieser Mann vor? Will er am Ende dem „Fortschritt“ der Inquisition wieder zum Durchbruch verhelfen?
Dass Joseph Ratzinger ganz gerne mal zündelt, das hat er ja schon unter Beweis gestellt. Und es wäre ja nicht das erste Mal, dass die Priesterkaste uns einen Rückschritt als Fortschritt zu verkaufen versucht. Da heißt es wachsam bleiben!