Kirche: Gewalt durch Gegengewalt eindämmen

Die Zahl der Kriege und bewaffneten Konflikte hat im Jahr 2008 deutlich zugenommen.
Weltweit gab es 30 schwere Krisen teilte das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung zum Jahresende mit. Als ausgewachsene Kriege galten 9 Konflikte, 3 mehr als im Jahr 2007. Und auch 2009 begann mit dem Krieg in Gaza nicht gerade friedlich.

Während die Kämpfe um den Gazastreifen täglich für neue tragische Schlagzeilen über Tote und Verletzte sorgen, trafen sich im Kölner Dom - wie jedes Jahr - Soldaten verschiedener Nationen zum Weltfriedenstag. In der Predigt sprach der Kölner Kardinal Meisner darüber, dass das Ziel demokratischer Armeen sei, Frieden zu schaffen und zu erhalten.

Der Erzbischof verteidigte die Bundeswehr gegen Kritik und predigte von der Kanzel, dass es legitim sei, wenn „ungerechte Gewalt durch Gegengewalt eingedämmt wird“.

Für einen Erzbischof, der doch von der Lehre des Jesus von Nazareth sprechen sollte, ist das eine erstaunliche Aussage. Bei Kardinal Meisner sind solche Töne allerdings nicht neu.

Er sprach schon am 30. Januar 1996 vor Soldaten: „Einem Gott lobenden Soldaten kann man guten Gewissens Verantwortung über Leben und Tod anderer übertragen, weil sie bei ihm gleichsam von der Heiligkeit Gottes mit abgesichert sind.“

Mit der Friedenslehre des Pazifisten Jesus von Nazareth, der sogar die Feindesliebe vorlebte, sind die Aussagen des katholischen Kardinals nicht in Einklang zu bringen.

Ein Blick in die Geschichte sowie in die Gegenwart zeigt, dass Gewalt niemals durch Gewalt bekämpft werden kann und sich dauerhafter Frieden nicht durch Waffengewalt erreichen lässt.

Gibt der kriegerische Zustand unserer Welt nicht schon genügend Anlass, um darüber nachzudenken, ob es nicht bessere Lösungsmöglichkeiten gäbe? Vielleicht die praktizierte Friedenslehre des Jesus von Nazareth. Im Großen wie im Kleinen stellt sich dann nur noch die Frage: Wer tut den ersten Schritt?