Seit einigen Jahren wird in Deutschland am 31. Oktober mit Grusel-Verkleidung und beleuchteten Kürbisköpfen Halloween gefeiert. Ein Brauch der aus Amerika herübergeschwappt zu sein scheint und der sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Dieser Kult ruft nun kirchlichen Widerstand hervor, vermutlich weil diese Feiern die kirchlichen Feiertage – sowohl das Reformationsfest auf evangelischer Seite, wie Allerheiligen und Allerseelen auf katholischer Seite – in den Hintergrund drängen.

Der EKD-Ratsvorsitzende Huber nannte Halloween einen „Budenzauber ohne wirklichen Inhalt“. Deshalb sei „Hallo Luther“ besser als „Halloween“. Dass einige von Luthers juden- und frauenfeindlichen Aussagen eher zum gruseln sind als beleuchtete Kürbisköpfe, wird dabei wohlweislich verschwiegen.

Der katholische Bischof Mixa predigte: „Allerheiligen ist ein Fest des Lichtes und der Frohen Botschaft vom Ewigen Leben, das im krassen Gegensatz zum heidnischen Gruselkult Halloween steht“.
Steht Allerheiligen wirklich im Gegensatz zum heidnischen Kult? Woher stammen dann all die Heiligen? Jesus von Nazareth sprach nicht von „Heiligen“ für ihn gab es nur einen Heiligen, Gott. In Christus ist die Heiligenverehrung also nicht begründet, doch bei den Griechen und Römern wurde beispielsweise eine Vielzahl von Göttern, Halbgöttern und Heroen verehrt, die für bestimmte Zuständigkeiten angerufen wurden. Vermutlich sind sie die unmittelbaren Vorgänger der kirchlichen „Heiligen“. Die Römer sammelten alle ihre Heiligen beispielsweise im heidnischen Pantheon-Tempel, der dann 610 nach einem Geschenk von Kaiser Phokas an Papst Bonifacius IV, in eine christlichen Kirche verwandelt wurde. Und ausgerechnet mit dieser Umnutzung eines römischen Heiligentempels wurde auch das Fest „Allerheiligen“ eingeführt.
Auch die Wahl des Datums, der 1. November, ist wohl kein Zufall, denn auf diesem Tag lag einst der wichtigste keltische Feiertag, der Tag, an dem nach keltischem Glauben die Tore zur „Anderswelt“ offen waren.